Eisleben und Helfta

Joachim-Herrmann-Ring

Joachim-Herrmann-Ring – ein Straßenname mit Geschichte

Mitten in Helfta, eingebettet in ein gewachsenes Wohngebiet, sind 22 neue Baugrundstücke entstanden. Die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner werden im Joachim-Herrmann-Ring in der Lutherstadt Eisleben zu Hause sein.

Doch wer war Joachim Herrmann, nach dem die neue Anliegerstraße benannt wurde? Seine Geschichte ist eng mit Helfta und insbesondere mit dem Erhalt des Klosters verbunden.

Ein Leben für Kunst, Kultur und Geschichte

Joachim Herrmann wurde am 5. November 1930 geboren und lebte bis zu seinem Tod am 28. Oktober 2016 in Helfta. Er war Maler, Archäologe und Kunstpädagoge. Nach seinem Kunststudium in Greifswald arbeitete er zunächst als Lehrer auf der Insel Rügen. 1972 kehrte er in das Mansfelder Land zurück und unterrichtete unter anderem in Lüttchendorf und an der Lademannschule in Eisleben.

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer engagierte sich Herrmann intensiv für Kunst, Kultur und das historische Erbe der Region. Er war Fachberater für Kunsterziehung, gehörte mit einem Mandat für das Kulturerbe dem Kreistag an und leitete viele Jahre einen Förderzirkel der Hochschule Burg Giebichenstein.

Sein Einsatz rettete ein Stück Helftaer Geschichte

Besondere Bedeutung erlangte Joachim Herrmann durch seinen Einsatz für den Erhalt des mittelalterlichen Klosters Helfta.

Ende der 1980er-Jahre waren von der historischen Klosteranlage nur noch Teile erhalten. Das Gelände war zu DDR-Zeiten als Volkseigenes Gut genutzt worden, Gebäude dienten unter anderem als Lager und verfielen zunehmend. Schließlich sollten die verbliebenen historischen Mauerreste gesprengt werden.

Joachim Herrmann setzte sich mit großem Engagement gegen diese Pläne ein. Es gelang ihm, die Verantwortlichen von der geschichtlichen, kulturellen und religiösen Bedeutung der erhaltenen Bausubstanz zu überzeugen und die Sprengung zu verhindern.

Doch für ihn ging es nicht allein um den Erhalt. Er entwickelte Ideen, wie das historische Areal wieder mit Leben erfüllt werden könnte – unter anderem durch ein Bildungszentrum sowie ein Orts- und Klostermuseum.

1990 gründete er das Kuratorium Kloster St. Marien in Helfta und setzte sich für die Wiederbelebung des Klosters ein. 1999 kehrten Zisterzienserinnen nach Helfta zurück und nahmen das klösterliche Leben wieder auf. Im Jahr 2004 öffnete schließlich das von Joachim Herrmann aufgebaute Orts- und Ordensmuseum im Liboriushaus.

Eine bleibende Verbindung zu Helfta

Nach einem schweren gesundheitlichen Schicksalsschlag im Jahr 2005 verbrachte Joachim Herrmann seine letzten Lebensjahre im Caritas-Pflegezentrum am Kloster Helfta. Dort verstarb er am 28. Oktober 2016.

Mit der Benennung der neuen Straße bleibt sein Name nun an einem Ort präsent, für dessen Geschichte und Entwicklung er sich mit besonderem Engagement eingesetzt hat.

Der Joachim-Herrmann-Ring verbindet damit nicht nur die 22 neuen Baugrundstücke – sein Name verbindet auch ein neues Stück Helfta mit der Geschichte des Ortes.

Wichtige Adressen von Eisleben & Helfta

In der Lutherstadt Eisleben sind alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs sowie kulturelle und Freizeiteinrichtungen vorhanden.

Wir haben hier ein paar wichtige Adressen für Sie zusammengestellt: